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"Der Pflegeprozess läuft runder"
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CARITAS-PFLEGEZENTRUM - Befunde und Pflegeleistungen werden jetzt elektronisch dokumentiert
"Mitteldeutschen Zeitung" vom 03. September 2011:
Monitor statt Aktenmappe:
CARITAS-PFLEGEZENTRUM - Befunde und Pflegeleistungen werden jetzt
elektronisch dokumentiert
VON JÖRG MÜLLER

Die Aktenmappen haben ausgedient -
Pfleger Björn Kulawik an dem neuen
Monitor.
EISLEBEN/MZ - Vom Papier zur Elektronik - im Caritas-Pflegezentrum St. Mechthild in Helfta haben die umfangreichen Mappen, die bislangüber die Bewohner geführt wurden, jetzt ausgedient. "Wir haben ein elektronisches System zur Pflegedokumentation in Betrieb genommen", sagt Einrichtungsleiter Norbert Lakomy. Auf Monitoren, die auf den Fluren installiert worden sind, können die Mitarbeiter alle Daten, Befunde und geplanten Pflegemaßnahmen eines Bewohnersabrufen. Auf einen Blick können die Mitarbeiter erkennen, was bereits erledigt ist und was noch nicht: Die vorgesehenen Arbeiten erscheinen zunächst in roter Schrift - die nach einem Fingerdruck auf den Monitor zu Grün wechselt. "So kann nichts vergessen werden", so Lakomy, "und weil jeder Mitarbeiter einen persönlichen Schlüssel für das System hat, lässt sich auch sofort nachvollziehen, wer was gemacht hat."
Bisher wurden alle Pflegemaßnahmen und Befunde handschriftlich festgehalten - wobei mehr als 20 verschiedene Formulare zum Einsatz kamen. "Das war eine wahre Papierflut", so der Heimleiter. Da die Mitarbeiter oft auch erst später Zeit für die Dokumentation hatten, konnte es zudem passieren, dass einzelne Leistungen dabei vergessen wurden. "Das ist natürlich nicht gut, weil die lückenlose Dokumentation entscheidend für die Pflegeplanung ist", so Lakomy. Auch für die Qualitätsüberprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen spielt die Dokumentation eine große Rolle. Bei diesen Überprüfungen, die seit einigen Jahren regelmäßig - wenn möglich jährlich - stattfinden, wird die Qualität der Heime anhand von Kriterien wie Pflege/medizinische Betreuung, Umgang mit Demenzkranken, soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie Wohnen/Verpflegung/Hygiene bewertet. Außerdem werden mindestens fünf Bewohner befragt. Die Ergebnisse werden veröffentlicht. Das Caritas-Pflegezentrum erhielt bei der jüngsten Überprüfung im April dieses Jahres die Gesamtnote 1,2 (sehr gut) - der Durchschnitt in Sachsen-Anhalt lag bei 1,4. "Wir können ganz zufrieden sein", sagt Lakomy.
Mit der elektronischen Dokumentation sei das Eisleber Caritas-Heim seiner Kenntnis nach ein Vorreiter in der Region, so Lakomy. Er erhoffe sich von dem System nicht zuletzt auch eine Zeitersparnis für die Mitarbeiter - die damit wieder mehr Zeit für die Bewohner haben. "Das werden vielleicht nur ein paar Minuten für ein Gespräch sein, aber das ist ja auch schon viel wert."

Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung, Ausgabe vom 03.09.2011 (PDF-Format, 397 kByte)
